1. November 2012

Kriminalliteratur: Wie sich Gewaltdarstellungen verändert haben

Mord und Totschlag ist nicht gleich Mord und Totschlag.

Das gilt jedenfalls für Kriminalliteratur. Für ein Buch haben mehrere internationale Wissenschaftler herausgearbeitet, wie sich die Darstellung von Gewalt in Krimis im Laufe der Zeit verändert hat. Nach Angaben der Forscher spiegelt das Genre nämlich gesellschaftliche Veränderungen wider. So habe zum Beispiel das Thema Pädophilie in den 30er und 40er Jahren noch überhaupt keine Rolle gespielt.

Haupt-Untersuchungsobjekt ist die inzwischen zweimal verfilmte Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Die Geschichten um die Hackerin Lisbeth Salander und die Motive von Vergewaltigung und Rache haben den Wissenschaftlern zufolge aktuelle Krimis stark beeinflusst. Sexuelle Gewalt spiele auch in Werken von Jo Nesbø, Håkan Nesser und Val McDermid eine große Rolle.

Das Buch der Wissenschaftler trägt den Titel "Rape in Stieg Larsson's 'Millennium' Trilogy and Beyond: Contemporary Scandinavian and Anglophone Crime Fiction." In Deutschland ist es Mitte Oktober erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)