2. November 2012

Armut führt zu kurzsichtigen Entscheidungen

Wer arm ist, neigt eher zu Handlungen, die die eigene Situation noch verschlimmern können - zum Beispiel zu Glückspiel und hohen Krediten.

Wie Forscher im Fachmagazin "Science" schreiben, hat das nichts mit fehlender Intelligenz zu tun, sondern mit dem Mangel selbst. Er führe zu einer Fokussierung im Entscheidungsverhalten: Kurzfristige Lösungen rückten in den Vordergrund, das langfristige Denken werde beeinträchtigt. Das gelte nicht nur für Geld-, sondern auch für Zeitmangel und andere Knappheiten.

Für ihre Forschung baten die Wissenschaftler 150 Studenten, in Computerspielen mit unterschiedlich hohen Budgets Buchstaben zur Lösung eines Worträtsels zu kaufen. Dabei konnten auch Kredite aufgenommen werden. Die Studenten mit weniger Geld seien eher dazu bereit gewesen, auch dann, wenn der Betrag in der nächsten Runde doppelt zurückgezahlt werden musste. Mit knappen Zeitbudgets habe es sich ähnlich verhalten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)