5. November 2012
"Martin Luther ist eine mittelalterliche Übergangsfigur."
Das sagt der Religionshistoriker Lucian Hölscher in der "Süddeutschen Zeitung". Die Protestanten gingen davon aus, dass die moderne Welt mit Martin Luther begonnen habe. Doch diese Sicht sei zu einseitig. Luther habe weder den Beichtstuhl abgeschafft, noch die demokratische Kirchenleitung eingeführt. Auch das Judentum, Teile des Katholizismus und das weltliche Bürgertum hätten zur Modernisierung beigetragen. Vieles, das heute als typisch evangelisch gefeiert werde, beruhe auf Neuerungen des 18. oder 19. Jahrhunderts.
Martin Luther hatte am 31. Oktober 1517 mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel die Reformation der Kirche ausgelöst. In deren Zuge kam es zur Spaltung in verschiedene Konfessionen.
Seit gestern tagt das Kirchenparlament der EKD, der Evangelischen Kirche in Deutschland, um die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag 2017 vorzubereiten. In Deutschland leben 25 Millionen evangelische Christen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)