5. November 2012
Was zur Zeit sichtbar wird, ist nur die Spitze des Eisbergs.
Das schreibt Ingrid Galster in der "Frankfurter Rundschau" über Plagiatsfälle in der Wissenschaft. Galster ist emeritierte Professorin für Romanische Literatur. Wie sie in der Zeitung erklärt, gibt es von der Promotion über die Habilitation bis hin zur Berufung auf einen Lehrstuhl eine Kette von funktionierenden Seilschaften. So könnten auch Kandidaten Professoren werden, die eigentlich nicht geeignet seien. Als Professoren wiederum müssten sie dann Doktoranden betreuen und ihre Texte bewerten. Damit könne sich das Problem fortsetzen: wegen ihrer eigenen mangelnden Qualifikation könnten sie wenig an ihre Promoventen weitergeben.
Zudem gehe es an den Unis um Masse: wer mehr Doktoranden habe, genieße auch höheres Ansehen und erhalte mehr finanzielle Zuschüsse, sagt Galster. Deshalb sei der ganze Wissenschaftsbetrieb anfällig für Kungeleien.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)