5. November 2012
Der amerikanische Traum ist ernsthaft in Gefahr.
Das sagte Hans-Helmut Kotz bei Deutschlandradio Kultur, er ist Professor für Volkswirtschaft an der Harvard University. Die Mittelschicht in den USA glaube nicht mehr an ihren Aufstieg, stattdessen habe sie Angst, abzurutschen. Ein Grund dafür sei, dass die Sozialsysteme nicht darauf ausgelegt seien, dass viele Menschen über einen längeren Zeitraum keine Arbeit hätten. Nach einer kurzen Zeit staatlicher Unterstützung stünden sie vor dem finanziellen Nichts.
Hinzu kämen viele Millionen Menschen, die gar nicht oder nur unzureichend krankenversichert seien. Krankheit sei in den USA, im Gegensatz zu Europa ein richtiges Armuts-Risiko. Weiter sagte Kotz, dass die US-Politiker zudem in den vergangenen Jahren viele Entscheidungen zugunsten von Menschen mit hohem Einkommen getroffen hätten. Der Harvard-Ökonom führt diese Bevorzugung als weiteren Grund dafür an, dass die Schere zwischen Arm und Reich in den USA immer weiter auseinanderklafft.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)