6. November 2012

Streit um Doping-Studie: Wissenschaftler greifen Auftraggeber an

Diese Studie ist offenbar ein heißes Eisen.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte vor drei Jahren Historikern der Berliner Humboldt-Uni und der Universität Münster den Auftrag erteilt, die Dopingvergangenheit in Deutschland aufzuarbeiten. Heute sollen die Ergebnisse vorgestellt werden, aber: Nur die Münsteraner Forscher werden anwesend sein. Die Berliner Forschergruppe wurde nicht eingeladen.

Zur Begründung heißt es, die Wissenschaftler hätten die versprochenen Leistungen nicht erbracht. Diese wiederum verweisen auf einen 800 Seiten langen Abschlussbericht und werfen ihrem Auftraggeber vor, die Ergebnisse vertuschen zu wollen. Ihre Forschung habe ergeben, dass es nicht nur in der DDR staatlich subventioniertes Anabolika-Doping gab, sondern auch in der Bundesrepublik. Als man die Ergebnisse vorgelegt habe, seien plötzlich Forschungsgelder gestrichen worden.

Die Wissenschaftler müssen sich jetzt auch vor dem Bundesverwaltungsamt verantworten. Das prüft nämlich, ob Teile der bereits gezahlten Forschungsgelder wegen nicht erbrachter Leistung zurückgezahlt werden müssen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)