8. November 2012

Tschernobyl: Langzeitstudie untersucht Leukämie-Risiko für Liquidatoren

Sie haben radioaktive Trümmer beseitigt oder den Reaktor zubetoniert.

Die sogenannten Liquidatoren von Tschernobyl - also die Arbeiter, die nach dem Reaktorunglück 1986 bei den Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet geholfen haben. Mediziner haben untersucht, welche gesundheitlichen Schäden die Betroffenen davongetragen haben. Das Ergebnis ihrer Studie: selbst geringe radioaktive Strahlungen erhöhen das Risiko, an Leukämie zu erkranken. Die Wissenschaftler hatten etwa 11.000 Männer, die in Tschernobyl verschiedene Arbeiten verrichtet hatten, über zwanzig Jahre hinweg untersucht. Bei 137 der Betroffenen sei etwa die akute lymphatische Leukämie aufgetreten.

Nach Ansicht der Forscher können diese Ergebnisse Aufschluss über das Krebsrisiko von niedrigsten Strahlendosen geben. Dieses Thema sei für Mitarbeiter von Kernkraftwerken von Bedeutung. Die Ergebnisse müssten jedoch auch in die medizinische Behandlung mit niedriger radioaktiver Strahlung - etwa bei der Computertomografie - einfließen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)