10. November 2012
Der diesjährige Preis der Lutherstädte geht doch nicht an die russische Punkband "Pussy Riot".
Das gab Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer nach der Jurysitzung bekannt. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Stattdessen soll die Regensburger Initiative "Keine Bedienung für Nazis" ausgezeichnet werden. Das Bündnis gründete sich vor zwei Jahren nach einem rassistischen Übergriff auf einen Barkeeper. Heute gehören ihm mehr als 130 Gaststätten an. Ihr Ziel ist es nach eigenen Angaben, Rassisten den öffentlichen Raum zu nehmen - indem Gastwirte diskriminierende Äußerungen in ihren Räumen nicht dulden und rassistische Gäste nicht bedienen.
Der Zivilcourage-Preis "Das unerschrockene Wort" wurde von den 13 Lutherstädten 1996 gestiftet. Wittenberg hatte dieses Jahr "Pussy Riot" vorgeschlagen. Das hatte Kritik aus der evangelischen Kirche hervorgerufen. Denn die Musikerinnen hätten mit ihrem "Punk-Gebet" in der Moskauer Erlöserkathedrale die Verletzung religiöser Gefühle in Kauf genommen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)