12. November 2012
Für manche Verbrechen kann nur der Tod die gerechte Strafe sein.
Das findet der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Der Zeitung "Milliyet" sagte er, für Terroristen und Massenmörder wie beispielsweise den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik müsse es grundsätzlich die Todesstrafe geben. Dass jemand, der mehr als 70 Menschen umgebracht habe, mit 21 Jahren Gefängnis davonkomme, sei nicht zu verstehen. Für politische Vergehen lehnt Erdogan die Todesstrafe allerdings ab.
In der Türkei war die Todesstrafe 2002 aufgehoben, für Kriegsverbrecher und Terroristen jedoch beibehalten worden. Vier Jahre später wurde sie ganz abgeschafft.
Davor mussten Todesurteile vom türkischen Parlament bestätigt werden. Doch seit 1984 hatten die Abgeordneten kein Urteil mehr abgesegnet.
1999 wurde der Chef der kurdischen Rebellenorganisation, Abdullah Öcalan, zum Tode verurteilt - das Oberste Gericht hatte das Urteil auch gebilligt. Durch die Abschaffung der Todesstrafe wurde das Urteil allerdings in lebenslänglich umgewandelt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)