12. November 2012

Frühkindlicher Stress macht Frauen anfälliger für Depressionen

Wenn Kinder im Kleinkindalter Stress ausgesetzt sind, entwickeln sie später eher Depressionen und Ängste.

Diese Vermutung haben US-Forscher in einer Langzeitstudie untersucht und ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Nature Neuroscience" veröffentlicht. Demnach gibt es diesen Zusammenhang - allerdings ließ er sich nur bei Frauen nachweisen.

Die Wissenschaftler hatten knapp 60 heute 18-jährige Mädchen von Geburt an begleitet. Sie befragten die Familien nach ihren Lebensumständen und maßen im Blut der Kinder die Konzentration des Stress-Hormons Cortisol. Denn zu viel Cortisol verändert dem Bericht zufolge die Verknüpfung zwischen Hirnarealen, die für Gefühle zuständig sind.

Das Ergebnis: Bei Mädchen aus schwierigen Verhältnissen blieb der Cortisol-Spiegel deutlich erhöht - auch dann noch, wenn sich die Lebenssituation verbessert hatte. Außerdem litten sie häufiger unter Depressionen und Ängsten. Warum dieser Zusammenhang bei Männern nicht nachgewiesen werden konnte, dafür haben die Forscher keine Erklärung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)