12. November 2012
Sein Leben lang hatte er beteuert, kein Tagebuch zu führen.
Vor einem Jahr aber tauchten dann doch handschriftliche Notizen des Schriftstellers Hans Werner Richter auf. Jetzt sind sie veröffentlicht worden. Literaturwissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse darüber, warum sich die von Richter geleitete Autorenvereinigung "Gruppe 47" im Jahr 1967 auflöste.
Bei der Buchvorstellung wurde zumindest schon klar: In seinen privaten Aufzeichnungen scheute sich der Schriftsteller nach Angaben der Hans-Werner-Richter-Stiftung nicht, über seine Autorenkollegen ungeniert zu urteilen. Den späteren Literaturnobelpreisträger Günter Grass beschreibe er als eitel. Hans-Magnus Enzensberger sei "seltsam reaktionär und veraltet". Martin Walser und Heinrich Böll attestierte Richter demnach "ein fast rudimentäres politisches Denken".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)