13. November 2012
Kleine Kinder können Realität und Virtualität noch nicht voneinander trennen.
Darum fordert der Psychotherapeut Bert de Wildt in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung", dass Kinder erstmal die echte Welt erfahren, bevor sie in die der Medien eintauchen. Das sei eine wichtige Voraussetzung, um eine eigene Phantasiewelt zu entwickeln. Internetsüchtige aus seiner Praxis würden nur selten von Träumen berichten.
Unsere Welt sei überfrachtet mit Bildern - es drohe die Gefahr, dass die Menschen darum nichts mehr selbst erlebten. Wer aber nie ein eigenes Wissen ausbilde, könne nur schwer Zusammenhänge zwischen Bestehendem begreifen und mit dem Geist etwas Neues erschaffen.
De Wildt sieht unsere Gesellschaft an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Die kollektive Umsiedlung in den medialen Raum sei möglicherweise noch einschneidender als die Erfindung des Buchdrucks.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)