13. November 2012
Die Bestattungskultur als Seismograph für sozialen Wandel?
Der Soziologe Thorsten Benkel von der Universität Frankfurt ist davon überzeugt, dass sich Friedhöfe eignen, um Veränderungen in der Gesellschaft zu diagnostizieren. Er forscht zu eben diesem Thema, erkundet Friedhöfe, spricht mit Bestattern, Steinmetzen und Angehörigen. Das Ergebnis seiner Forschung: Die Uniformität der Friedhöfe war gestern, heute dominiert mehr und mehr die individuelle Gestaltung der Gräber. So seien an die Stelle religiöser Symbole und der damit verbundenen Dokumentation einer Religionszugehörigkeit Verweise auf individuelle Persönlichkeit getreten. Laut Benkel findet man immer häufiger Fotos der Verstorbenen auf dem Grab. Auch Hobbys würden sehr häufig in verschiedenster Weise dargestellt - etwa der Geigenkasten, die Gitarre oder der Golfschläger, die in die Grabgestaltung integriert würden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)