13. November 2012

Bundesweit erster Prozess zu billigen Brustimplantaten

Bald ein Jahr ist es her, dass der Skandal um minderwertige Brustimplantate aus Frankreich ans Licht kam.

Jetzt hat der bundesweit erste Prozess in der Angelegenheit begonnen. Eine Betroffene hat nicht die französische Firma PIP verklagt, sondern fünf andere Beteiligte. Sie will von ihnen bis zu 30.000 Euro Schmerzensgeld.

Angeklagt ist unter anderem der Arzt, der der Klägerin das Implantat eingepflanzt hat. Ihm wird vorgeworfen, die Frau nicht richtig aufgeklärt zu haben. Außerdem muss sich eine deutsche Chemie-Firma dafür verantworten, das Billig-Silikon geliefert zu haben, ohne zu prüfen, wofür es gedacht war. Und auch die Bundesrepublik steht vor Gericht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel soll den Frauen zwei Jahre zu spät empfohlen haben, die Silikon-Kissen entfernen zu lassen.

Insgesamt haben in Deutschland etwa 5.000 Frauen das minderwertige Silikon bekommen. Zig weitere Klagen sind nach Angaben von Anwälten in Vorbereitung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)