13. November 2012
Reichtum gleicht dem Seewasser - je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
Das wusste schon Artur Schopenhauer. Und rund 200 Jahre später gilt sein Leitspruch offenbar immernoch. Der Nürnberger Wirtschaftswissenschaftler Karlheinz Ruckriegel sagte im Interview mit dem Magazin "Fluter", dass Menschen, die sich etwas leisten könnten, schnell immer mehr haben wollten. Dabei mache der Zuwachs an Reichtum nur vorübergehend glücklich. Ab einem Bruttoinlandsprodukt von rund 10.000 Euro pro Kopf sei eine Grenze erreicht. Weitere Erhöhungen führten nicht zu mehr Zufriedenheit in einem Land. In Deutschland sei diese Grenze schon in den 60er Jahren erreicht worden.
Heute resultiert Zufriedenheit Ruckriegel zufolge eher aus dem Vergleich mit anderen. Wenn wir gern mehr Geld hätten, dann oft nicht, weil wir es brauchten, sondern weil wir in der Hierarchie nicht unten stehen wollten. Wenn Einkommen gerechter verteilt würden, dann würde laut Ruckriegel auch das Glück im Land steigen.
Hier geht es zu dem Fluter-Interview.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)