14. November 2012
In Deutschland gibt es offiziell keine Kinderlähmung mehr.
Auch weltweit ist die Zahl der Poliomyelitis, kurz Polio, rückläufig. Nach Angaben der "Amerikanischen Gesellschaft für Tropische Medizin und Hygiene" wurden von Januar bis Oktober dieses Jahres weltweit 177 neue Fälle registriert. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum noch knapp 500. Betroffen sind vor allem Pakistan, Nigeria und Afghanistan. Die Wissenschaftler führen das unter anderem darauf zurück, dass die Kinder dort nicht oder nur unzureichend gegen die Krankheit geimpft werden.
Polio wurde im 19. Jahrhundert erstmals von dem Schwarzwälder Orthopäden Jakob Heine beschrieben, der von einer spinalen Kinderlähmung sprach. Die Krankheit wird von Viren ausgelöst, die Nervenzellen des Rückenmarks befallen. Eine Infektion kann zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen.
Zu den bekanntesten Opfern einer Polio-Epidemie zählt US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der die Forschung nach einem Impfstoff während seiner Amtszeit wesentlich förderte.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)