16. November 2012
Ein Blick in den "Rückspiegel" und auf ein Experiment, das vor zwanzig Jahren die deutsche Öffentlichkeit beschäftigte.
Traurige Berühmtheit erfuhr es unter dem Namen "Erlanger Baby". Dabei ging es um ein fünfzehn Wochen altes Kind, das im Bauch seiner hirntoten Mutter lag. Nach deren Verkehrsunfall entschieden die Ärzte am Uniklinikum Erlangen, die schwangere Frau künstlich am Leben zu erhalten, damit sie ihr Kind austragen kann. Doch vier Wochen später, am 16. November 1992, starb der Fötus.
In der deutschen Öffentlichkeit löste der Fall eine heftige Diskussion über die Ziele und Grenzen der Medizin aus. Kritiker wie etwa Alice Schwarzer sprachen von einem "Menschenversuch".
Rund 15 Jahre später war ein ähnlicher Fall - wieder in Erlangen - erfolgreich. 2008 gelang es den Medizinern, das Baby einer 40-jährigen Wachkomapatientin auf die Welt zu bringen. Sie war 22 Wochen lang künstlich am Leben erhalten worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)