16. November 2012
"Wir stecken unsere Kinder in Reservate."
So kommentiert der dänische Familientherapeut Jesper Juul den Ausbau von Kindertagesstätten in Deutschland. Der "Frankfurter Rundschau" sagte er, er habe zwar nichts gegen den Ausbau selbst, wohl aber gegen das politische Ziel dahinter. Ganztagsbetreuung diene ökonomischen Interessen und gebe dem Staat die Möglichkeit, Kinder in gewisser Art und Weise zu formen.
Juul findet auch problematisch, dass der Kita-Ausbau in Deutschland so schnell passieren soll - auf Qualität werde da meist nicht mehr geachtet. Das habe für die Kinder gravierende Folgen. Ein schlechtes Verhältnis zu den Betreuern könne leicht zu Trennungsängsten führen. Eltern legt er nah, besser auf die Kinder einzugehen. Sei die Eingewöhnungsphase in Kitas problematisch, sollten sie mit Betreuung lieber noch warten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)