16. November 2012

Taiwan: Totenfeiern sollen umweltfreundlicher werden

Was bei uns die Beileidskarte ist, das ist in Taiwan die Totenkalligraphie.

Auf langen Stoffbändern steht der Name des Verstorbenen und was er im Leben geleistet hat. Um sein Ansehen noch zu steigern, bittet die Familie häufig auch Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten um ein solches Spruchband.

Die Stadt Kaoshiung hat nun die Stadtratsmitglieder aufgefordert, die Kalligraphien in Zukunft nur noch elektronisch zu versenden. Damit sollen zum einen Kosten gespart werden. Denn allein die Bürgermeisterin werde pro Jahr um etwa 7.500 Beileidsbekundungen gebeten. Weil die Stoffbänder anschließend verbrannt werden, stellten sie aber auch eine erhebliche Umweltbelastung dar. In Kaoshiung würden dadurch 105 Tonnen CO2 freigesetzt.

Wie in der "[Want China Times|http://www.wantchinatimes.com/news-subclass-cnt.aspx? cid=1103&MainCatID=11&id=20121116000061]" zu lesen ist, hofft die Stadtverwaltung, dass vor allem die jüngere Bevölkerung die modernen, elektronischen Beileidsbekundungen akzeptiert. Sie sollen während der Trauerfeier auf einer digitalen Banderole angezeigt werden.

Auch im Nachbarland China wird Umweltschutz beim Totengedenken wichtiger. Einige Städte haben dort digitale Friedhöfe eingerichtet. Dort können Angehörige via Internet Blumen niederlegen und müssen keine langen Fahrten zum echten Friedhof unternehmen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)