19. November 2012
Wer im US-amerikanischen Fernsehen stirbt, ist schöner töt.
Zu dem Schluss kommt die Soziologin Tina Weber von der TU Berlin. Sie hatte 13 US-Fernsehserien untersucht - darunter "Six Feet Under", "CSI Las Vegas" und "Dexter". Das Ergebnis: Die Toten werden vornehmlich jung, athletisch und gutaussehend dargestellt. Laut Weber wird die Leiche auf einer sauberen, glänzenden Bahre, in einer penibel aufgeräumten Pathologie in blauem Licht friedlich schlafend inszeniert. Was nicht gezeigt werde, seien alte Menschen, übergewichtige, aufgedunsene und behaarte Körper, genauso wenig Zeichen von Krankheit, Blut verschmierte Bahren oder Schmutz - kurzum die Realität. Dass das Fernsehen nur Ausschnitte der Realität zeige, sei nicht neu. Über genormte Leichendarstellungen würden auch derzeitige Schönheitsideale propagiert.
Im Vergleich mit einer Analyse des deutschen "Tatorts" zeigte sich: Eine Ästhetisierung des Todes wie in den US-Serien findet sich dort kaum. Seit einigen Jahren ändere sich aber auch etwas beim Tatort. So würde mitunter auch die Pathologie blau ausgeleuchtet und die Leichen wirkten nicht mehr so lebensnah. Der Tatort nähere sich den Darstellungen in den US-Serien an.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)