20. November 2012
"Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist kein exotisches Thema, das nur Afghanistan oder Afrika betrifft."
Mit diesen Worten hat die Ärztin Monica Hauser gestern Abend die höchste Auszeichnung Nordrhein-Westfalens entgegen genommen: den Staatspreis. Erhalten hat sie ihn für die Arbeit der von ihr gegründeten Organisation "medica mondiale", die seit 20 Jahren vergewaltigte Frauen in Krisengebieten unterstützt.
Ihre Dankesrede nutzte Hauser dazu, auf sexuelle Gewalt gegen Frauen auch in Deutschland aufmerksam zu machen. Opfer seien zum Beispiel Osteuropäerinnen in Großstadtbordellen, Soldatinnen in der Bundeswehr oder Ehefrauen, die einer sogenannten Beziehungstat zum Opfer fielen. Auch hier, so Hauser, gehe es oft um falsch verstandene Männerehre.
Die heute 53-jährige Ärztin reiste 1992 nach Bosnien, als sie von Massenvergewaltigungen erfuhr, und eröffnete dort ihr erstes Hilfszentrum. Daraus entstand "medica mondiale" - eine Organisation, die heute weltweit tätig ist.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)