20. November 2012

China: Immer weniger Schulen auf dem Land

In Chinas ländlichen Gebieten gehen immer wenige Kinder zur Schule.

Das ist das Ergebnis einer Studie des staatlichen Bildungsforschungsinstituts über die die Zeitung "China Daily" berichtet. Demnach ist die Gesamtzahl der Schüler auf dem Land so gering wie zuletzt vor zehn Jahren. Der Grund für den Schülermangel: Ein Großteil der Landbevölkerung zöge auf der Suche nach Arbeit in weit entfernte Städte. Täglich müssten deshalb durchschnittlich 60 Schulen im chinesischen Hinterland schließen. Die verbleibenden Schüler würden dann einfach auf die Schulen in den Nachbarorten geschickt. Das bedeute aber lange Schulwege, sowie Gebühren für eine Ganztagsbetreuung, die sich viele Familien nicht leisten könnten. So nähmen viele Eltern ihre Kinder ganz aus der Schule oder schulten sie gar nicht erst ein.

Bildungsexperten warnten, dass dies zu einem erneuten Anwachsen des Analphabetentums auf dem Land führen könne. In China gilt seit 1986 die allgemeine neunjährige Schulpflicht. Der Schulbesuch an sich ist zwar kostenfrei, es gibt aber dennoch Gebühren für Verwaltung, Mahlzeiten und Lehrmaterialien. Seit Jahren wird außerdem beklagt, dass erhebliche Qualitätsunterschiede in der Schulbildung zwischen Stadt und Land existieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)