21. November 2012
Alle wussten vom Betrug im Westen.
Das sagt der Sportsoziologe und Doping-Experte Helmut Digel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er räumt mit der verbreiteten Ansicht auf, Doping sei vor allem ein Problem in der DDR gewesen. Wer in den 60er und 70er Jahren in der Bundesrepublik Zeitung gelesen hat, so Digel, konnte erkennen, dass es ein Doping-Problem gab. Die Ausmaße hätten ihn allerdings geschockt.
Helmut Digel recherchierte Ende der 70er Jahren in der BRD in Sachen Doping. Das sei besonders im Gewichtheben, Schwimmen, in der Leichtathletik und im Radsport üblich gewesen. Sportmediziner hätten damals gesagt, man müsse dopen, um international mithalten zu können. Viele Verbandspräsidenten hätten sich mit dem Thema allerdings nicht beschäftigen wollen.
Digel betont: Von Staatsdoping könne man aber nicht sprechen. Er könne sich nicht daran erinnern, dass die damalige Regierung eine entscheidende Rolle gespielt habe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)