21. November 2012

Rechtsextremer Schornsteinfeger muss Arbeit niederlegen

Seine schwarze Arbeitskluft und die Drahtbürsten muss er vorerst zur Seite legen.

Ein Schornsteinfeger aus Sachsen-Anhalt verliert seinen Kehrbezirk, weil er der rechtsextremen NPD nahesteht. Nach einem Grundsatzurteil hat ihm das zuständige Amt ein Ultimatum gesetzt. In zwei Wochen werde ein anderer Schornsteinfeger den Kehrbezirk übernehmen.

Anfang des Monats hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass sich ein Bezirksschornsteinfeger privat keine rechtsextremen und antisemitischen Umtriebe erlauben darf. Kaminkehrer gelten als "Beliehene", also Privatpersonen, die Verwaltungsaufgaben selbstständig übernehmen. Sie müssten, so die Richter, auf jeden Fall die Grundrechte ihrer Kunden achten.

Im kommenden Jahr wird der Schornsteinfeger jedoch wieder arbeiten können - privatwirtschaftlich. Zum 1. Januar fällt das Kehrmonopol. Hausbesitzer können sich künftig selbst aussuchen, welchen Schornsteinfeger sie in ihre Wohnung lassen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)