22. November 2012

Hochwasser-Schutz: Schleusenprojekt in Venedig steht auf der Kippe

Er ist schwer aufzuhalten, der Tod von Venedig.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, steht der Bau einer Schleusenanlage auf der Kippe. Seit fast zehn Jahren werden vor Venedig drei riesige Stahlkästen errichtet. Sie sollen die Lagunenstadt vor Adria-Hochwasser schützen. Nun sei der Weiterbau in Gefahr - aufgrund von Sparzwängen der italienischen Regierung. Laut einem Ministeriums-Bericht wird das Projekt teurer als geplant. Mehr als vier Milliarden Euro würden veranschlagt, gesichert sei davon nur ein Drittel.

Doch auch der generelle Nutzen der Anlage steht in Frage. Der Ozeanograf Georg Umgiesser sieht laut SZ darin nur eine kurzfristige Lösung. Die Schleusen könnten einen Pegelanstieg von zwei Metern abwehren. Wenn jedoch im Zuge des Klimawandels der Meeresspiegel steige, müssten die Schleusentore vor Venedig die Hälfte des Jahres geschlossen sein. Das würde den ökologisch wichtigen Wasseraustausch verhindern und außerdem den Schiffsverkehr der Stadt zum Erliegen bringen.

Nach Berechnungen von Klimaforschern muss Venedig in 50 Jahren bis zu 100 Mal im Jahr mit Hochwasser rechnen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)