22. November 2012
Der Beichtstuhl gehört zu jeder katholischen Kirche.
Er ist aber manchmal auch dabei, wenn in der Europäischen Union verhandelt wird. Der "Beichtstuhl" ist der Name für ein Verfahren, bei dem sich die Staats- und Regierungschefs einzeln mit dem EU-Ratspräsidenten zusammensetzen. Es wird immer dann angewandt, wenn es bei einem EU-Gipfel nicht mehr weitergeht - wie im Moment bei den Gesprächen über die EU-Finanzen für die kommenden Jahre. Die Staats- und Regierungschef streiten mit der EU-Kommission darüber, wie viel mehr Geld es für die EU geben soll. Deutschland will weniger dazugeben, als es die Kommission wünscht. Großbritannien lehnt es sogar vollständig ab, mehr an die EU zu zahlen.
EU-Ratspräsident Herman van Rompuy empfängt seit heute Morgen alle 27 Staats- und Regierungschefs zu Einzelgesprächen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss heute Abend als letzte in den "Beichtstuhl".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)