26. November 2012
"In Sachen Gewaltprävention an Schulen ist Deutschland ein Entwicklungsland."
Das sagt der Lehrer und Autor Andreas Huckele, der 2010 den sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule in Hessen publik machte. In München bekommt er dafür heute den Geschwister-Scholl-Preis.
Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur bemängelt Huckele, dass viele deutsche Schulen bis heute kein sexualpädagogisches Konzept hätten. Sexuelle Gewalt gegen Schüler werde ignoriert, dabei habe jedes fünfte Kind sie schon erlebt. Die meisten Schulen wüssten noch nicht einmal, wie sie mit dem Mobbing schwuler Schüler umgehen sollen.
Dass der sexuelle Missbrauch an der Odenwaldschule lange bekannt war, aber erst 2010 in die Medien gelangte, begründet Huckele so: Damals sei eine Generation von Journalisten abgetreten, die das Thema entweder bewusst verhindert oder einfach nicht erkannt habe.
Der heute 43-jährige Huckele ging in den achtziger Jahren zur Odenwaldschule und wurde dort vom Schulleiter missbraucht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)