28. November 2012
Es ist ein provokanter Satz, mit dem die "tageszeitung" die Inderin Mitu Khurana zitiert:
"Wir töten heute mehr ungeborene Mädchen, als Hitler und Stalin an Opfern verursacht haben."
Wie die "taz" berichtet, ist Mitu Khurana die erste Frau, die gegen Abtreibungen von Mädchen in Indien vor Gericht gezogen ist. Die Klage richtet sich gegen ihren Mann, der sie - als er erfuhr, dass sie mit Mädchen schwanger ist - zur Abtreibung überreden wollte und versuchte, durch Misshandlungen eine Fehlgeburt zu provozieren. Khurana wehrte sich - und reichte trotz Widerstand bei den Behörden Klage ein. In Indien werden weibliche Embryonen oft abgetrieben. Männer, die ihre Frauen zur Abtreibung zwingen, werden bislang nicht bestraft. Die "taz" berichtet, zur modernen indischen Kleinfamilie gehöre eine Wohnung, ein Auto, ein Sohn und dessen gute Ausbildung. Nur, wenn danach noch Geld übrig bleibe, könne man sich eine Tochter leisten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)