30. November 2012

Brot-Historiker im SZ-Magazin: Brot als politisches Lebensmittel

Brot ist das erste politische Lebensmittel.

Was der US-amerikanische Wissenschaftler Aaron Bobrow-Strains mit dieser Aussage meint, erklärt er im Magazin der "Süddeutschen Zeitung". Über Brot sei im Laufe der Jahrtausende viel gestritten worden. Sogar Platon habe sich mit der Frage beschäftigt, ob sich die ideale Gesellschaft besser von grobem Brot oder feinem Gebäck ernähren sollte. Hintergrund der Debatte sei gewesen, dass die Griechen der damaligen Zeit vom Land, wo es einfaches Brot aus Gerste gab, in die Stadt zogen, wo die luxuriöse Gesellschaft feinen Kuchen aß. Laut Bobrow-Strains gibt es diese Kulturfrage auch in den USA. Schon die Hippies in den 60er Jahren hassten demnach das weiche, industriell hergestellte Weißbrot. Es habe all das symbolisiert, was sie verändern wollten: Es war kommerziell, es war künstlich, es war Establishment. Heute gelte das weiche Weißbrot als Nahrung der Armen, Vollkornbrot dagegen als "gute" Nahrung der "Gesundheitsbewussten".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)