30. November 2012

Hintergrund: der Salzstock Gorleben als mögliches Atommülllager

Das erste Atomkraftwerk ging in Deutschland 1962 ans Netz - ein Lager für den Atommüll gibt es auch im Jahr 2012 noch nicht.

Umweltminister Peter Altmaier hat heute die Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben offiziell gestoppt - erst einmal bis zur Zeit nach der Bundestagswahl im nächsten Herbst.

Der Salzstock Gorleben ist sowohl politisch als auch wissenschaftlich als ein mögliches Lager für Atommüll umstritten. Zum einen gibt es Vorwürfe, dass Gorleben politisch gewollt und deshalb unter fragwürdigen Umständen als mögliches Lager ausgewählt worden ist. Zum anderen haben auch Geologen Bedenken. Sie bemängeln unter anderem, dass der Salzstock nicht durchgehend von einer anderen Gesteinsschicht überlagert ist - diese soll verhindern, dass Wasser eindringt. Geologen halten deutsche Salzstöcke aber grundsätzlich dafür geeignet, um dort Atommüll einzuschließen.

In Gorleben wird seit Mitte der 90er Jahre Atommüll gelagert - allerdings oberirdisch in Hallen. Dazu zählen Brennelemente aus Atomkraftwerken, aber auch radioaktive Abfälle aus Forschungseinrichtungen und Krankenhäusern.

Weltweit ist ein Atommüllendlager bisher nur in Schweden beschlossen. Dort soll radioaktives Material ab 2020 in Granitstollen eingelagert werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)