3. Dezember 2012
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
So heißt es im Sprichwort. Aber die Kritiker der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" finden, man sollte das durchaus tun. Bei der Aktion ruft ein christliches Hilfswerk seit 1996 alljährlich zu Spenden für Kinder in Entwicklungsländern auf. Den Kritikern zufolge geht es dem Hilfswerk aber nicht nur um Geschenke, sondern um Missionierung. Außerdem änderten die Geschenke nichts an der Situation der Kinder - das Geld lasse sich an anderer Stelle nachhaltiger verwenden. Deswegen wollen mehrere deutsche Bistümer ihren Kirchenmitgliedern von der Geschenke-Aktion abraten.
Ein Sprecher des Hilfswerks verteidigte das Projekt. Es handle sich um eine Weihnachts-Geschenkeaktion - deswegen gehöre es dazu, dass der Hintergrund des Weihnachtsfestes erläutert werde. Die Partnergemeinden vor Ort könnten selbst entscheiden, ob sie zu den Geschenkkartons ein Heft mit kindgerechten Bibelgeschichten dazulegten - oder darauf verzichteten.
"Weihnachten im Schuhkarton" sammelte im vergangenen Jahr rund eine halbe Million Geschenke aus Deutschland. Die Päckchen gehen vor allem nach Osteuropa und Zentralasien.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)