3. Dezember 2012

Kindheitstrauma kann Spuren im Erbgut hinterlassen

Wer als Kind Gewalt erlebt, ist oft sein Leben lang traumatisiert - und das sieht man bei manchen Menschen auch im Erbgut.

Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature Neurosciene". Die Wissenschaftler untersuchten die DNA von fast 2.000 Afro-Amerikanern. Sie waren zum Beispiel durch sexuelle oder körperliche Misshandlungen traumatisiert worden.

Ein Drittel der Probanden litt später an einer posttraumatischen Belastungsstörung. In der Studie stellte sich heraus, dass sich die Betroffenen von den nicht-erkrankten Traumaopfern unterscheiden - und zwar durch eine bestimmte Sequenz im sogenannten FKBP5-Gen. Das reguliert das Stresshormonsystem des Menschen. Laut den Forschern ist die spezielle Gen-Sequenz dafür verantwortlich, dass das System nicht mehr richtig funktioniert und die Opfer krank werden. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass man den Prozess eines Tages mit Medikamenten rückgängig machen kann.

Übrigens: Die DNA-Veränderungen werden wahrscheinlich nur durch Traumata in der Kindheit verursacht. Bei den Probanden, die nur als Erwachsene Gewalt erlebt hatten, wurden die Veränderungen nicht gefunden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)