6. Dezember 2012

Flüssiggas-Tanker passiert erstmals Nordost-Route vor Sibirien

Für manche Menschen hat der Klimawandel auch seine guten Seiten.

Tony Lauritzen freut sich zum Beispiel über das schmilzende Eis am Polarmeer. Seine Reederei Dynagas hat zum ersten Mal einen Tanker mit Flüssiggas entlang der sibirischen Küste und durch die Beringstraße Richtung Japan fahren lassen - auf einer Route, die früher immer zugefroren und deshalb kaum passierbar war. Die Zeitersparnis gegenüber der Fahrt durch den Suezkanal: satte 20 Tage.

Für die Verkäufer von norwegischem Gas aus den arktischen Gebieten vor Hammerfest ist die Pilot-Fahrt eine gute Nachricht. Ihnen steht nun auch der asiatische Markt offen.

Doch Umweltschützer sind skeptisch. Thomas Nilsen vom Online-Magazin "Barents Observer" befürchtet, dass der Schiffsverkehr durch die Nordostpassage nun drastisch zunehmen wird. Dabei gebe es noch keinerlei Katastrophenbereitschaft in der Region. Ein Tankerunglück, so Nilsen, hätte im ökologisch empfindlichen Polarmeer dramatische Konsequenzen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)