6. Dezember 2012
Aus dem Streit über das Beschneidungsverbot in Deutschland sollte man lernen.
Dieser Meinung ist die Leiterin einer neuen Abteilung des Max-Planck-Instituts für Recht und Ethnologie, Marie-Claire Foblets. Sie findet: Juristen müssten besser über kulturelle und religiöse Vielfalt informiert werden. Die Gesellschaften in Europa würden immer multikultureller, die Gesetze aber seien eher starr und gingen nicht auf religiöse Unterschiede ein. Um zu erforschen, welche sozialen Konflikte Gesetzesdebatten wie etwa die zur Bescheidung haben, soll Foblets eine Datenbank anlegen. Aufgelistet werden Grundsatzentscheidungen von Gerichten, bei denen es Konflikte mit religiösen Normen gibt. Auch die Reaktionen auf die Urteile sollen festgehalten werden. Das Max-Planck-Institut hofft, dass daraus entsprechende Lehren für künftige Urteile gezogen werden können.
Der Artikel über Marie-Claire Foblets ist in der vierteljährlichen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins des Max-Planck-Instituts erschienen (Ausgabe 3, 2012).
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)