11. Dezember 2012
Eine türkische Migrantin will in Gelsenkirchen einen weiteren Imbiss kaufen und ihren Sohn dort arbeiten lassen. Der ist aber in Rauschgifthandel verwickelt und die Behörden fürchten, dass das "Dönerparadies" zum Drogenumschlagplatz werden könnte. Das wäre dann organisierte Kriminalität.
Fälle wie dieser werden Juristen im Studium vorgelegt. Und Fälle wie dieser tragen nach Ansicht des Anwalts von zwei Opfern der Terrorgruppe NSU dazu bei, dass Ermittler Vorurteile im Kopf haben. Die "Frankfurter Rundschau" zitiert den Anwalt mit den Worten, dass auch die Ausbildung von Nachwuchsjuristen und Polizisten dazu beigetragen haben könnte, dass die Polizei bei den NSU-Morden davon ausging, es handele sich um Milieu-Kriminalität. Das Justizministerium in Nordrhein-Westfalen, das den Dönerimbissfall in ihr Staatsexamen mit aufgenommen hatte, wehrt sich: Der Fall habe sich tatsächlich so zugetragen und sei nur auf NRW zugeschnitten gewesen. Man versuche, in der Juristenausbildung die Wirklichkeit abzubilden. Es sollten keine Vorurteile geschürt werden. Der Fall über den Dönerimbiss soll jetzt von der Behörde geprüft werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)