12. Dezember 2012

Selbstlose Schmarotzer: Saugwürmer mit Sozialverhalten

Schmarotzer haben nicht gerade den besten Ruf - Selbstlosigkeit würde man von ihnen zumindest nicht erwarten.

Das Fachmagazin "Spektrum" berichtet, dass schmarotzende Saugwürmer offenbar trotzdem ein Sozialverhalten entwickelt haben. Forscher aus Neuseeland haben demnach entdeckt, dass die Tiere Kasten bilden - wie Ameisen oder Bienen - und verschiedene Aufgaben übernehmen, zum Wohle der Gemeinschaft.

Die Saugwürmer leben als Larven in einer Schnecke und entwickeln sich nach Angaben der Forscher in zwei Richtungen: Die einen könnten sich später fortpflanzen, die anderen nicht. Die Unfruchtbaren übernehmen stattdessen Verteidigungsaufgaben. Sie wehren andere Saugwurmarten ab, die die Schnecke ebenfalls als Wirt nutzen wollen.

Wer welche Aufgabe übernimmt entscheidet laut den Forschern das soziale Umfeld. Wenn wenig Verteidigerlarven in der Nähe seien, begännen auch die Fortpflanzungslarven damit, Feinde anzugreifen. Weil das viel Kraft koste, gehe das zu Lasten ihrer Fruchtbarkeit.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)