12. Dezember 2012

Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Ergebnisse

Forschung im Sinne des Auftraggebers?

Studien zu Medizinprodukten und Medikamenten fallen positiver aus, wenn sie mit Geld von Industrie-Unternehmen finanziert werden. Zusätzlich passen die Schlussfolgerungen seltener zu den Ergebnissen. Das berichten Wissenschaftler im Fachblatt "Cochrane Library". Klinische Studien beeinflussen, welche Medikamente auf den Markt kommen oder was von Krankenkassen ersetzt wird. Pharma-Unternehmen und die medizintechnische Industrie haben ein Interesse daran, ihre Produkte zu verkaufen. Dass sich dieses Interesse auf die Ergebnisse auswirken kann, zeigte jetzt die Analyse von knapp 50 Studien zu Medikamenten und Medizinprodukten: Kam das Geld von der Industrie, waren die beschriebenen Wirkungen positiver und die Nebenwirkungen weniger schädlich.

Die Autoren der Untersuchung arbeiten für die "Cochrane Collaboration". Ziel der allgemeinnützigen Organisation ist es, medizinische Sachverhalte unverzerrt darzustellen. Sie hatte zuvor bereits für einzelne Medikamente gezeigt, dass positive Resultate selektiert wurden, wenn Unternehmen die Tests sponserten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)