12. Dezember 2012
Vom Wildtier auf den Hund gekommen -
das gilt vermutlich für das Staupevirus. Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass Staupe erst bei Haushunden aufgetreten und dann auf wilde Raubtiere übergesprungen ist. Doch das Gegenteil ist vermutlich der Fall. Im Labor haben Forscher die Staupevirus-Stämme von Hund und Löwe untersucht. Das Ergebnis: Das Virus der Wildtiere zeigte generalisierte Merkmale, konnte also viele unterschiedliche Wild- und Haustierarten infizieren. Das Hundevirus war dagegen stark spezialisiert und breitete sich nur in Hundezellen aus.
Manipulierten die Wissenschaftler das Protein, mit dem das Hundevirus an die Wirtszellen andockt, konnten sie die Spezialisierung rückgängig machen. Als die Zahl der domestizierten Hunde im Lauf der Evolution zunahm, stellte sich das Virus vermutlich ganz auf diesen einen Wirt ein, so die Forscher.
Obwohl es wirksame Impfstoffe gibt, tritt das Hunde-Staupevirus regelmäßig weltweit auf. Die erkrankten Tiere leiden unter Fieber, Durchfall und neurologischen Störungen. Die Studie der Forscher wurde im Fachmagazin "PLOS ONE" veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)