14. Dezember 2012
Eine Depression ist eine Depression. Und diese Diagnose stellen Ärzte heute immer häufiger.
Dabei habe sich die Zahl der psychischen Störungen europaweit in den vergangenen Jahren nicht gesteigert, behauptet der Epidemiologe Hans-Ulrich Wittchen in der Fachzeitschrift "Psychologie Heute". Wittchen macht im Auftrag der Europäischen Union alle zwei Jahre eine Bestandsaufnahme der psychischen Störungen in europäischen Ländern. Nach seinen Erkenntnissen gibt es seit dreißig Jahren etwa gleich viele Patienten mit psychischen Problemen, allerdings nennen die Ärzte inzwischen die Krankheiten beim Namen. So seien Depressionen früher gern als "Vegetative Labilität" oder "Erschöpfungsreaktion" beschönigt worden.
Etwa 15 von 100 Menschen hätten psychische Störungen, die therapiert werden müssten - allerdings, so der Forscher, gebe es deutlich zu wenige Behandlungskapazitäten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)