17. Dezember 2012

Koksende Rattenväter haben weniger gefährdete Söhne

Wie der Vater, so der Sohn.

Das ist ein nettes Sprichwort, gilt aber nicht für Ratten. Wenn Rattenväter koksen, dann sind die Söhne später weniger gefährdet, die Droge auch zu nehmen.

Zu diesem überraschenden Ergebnis sind Forscher der Universität von Pennsylvania gekommen. Sie hatten Ratten über eine Kanüle mit dem Stoff versorgt, die Dosis konnten sich die Tiere über einen Hebel selber einstellen. Dann wurden die Ratten gepaart, und die Nachkommen wurden auch an Kanülen angeschlossen. Die Söhne fingen später an als gleichaltrige Kontrolltiere, sich etwas von der Droge zu verabreichen. Außerdem wählten sie eine viel geringere Dosis. Bei den Töchtern gab es diesen mildernden Effekt nicht.

Die Forscher vermuten, dass der Hirnbotenstoff BDNF dahinter steckt. Er dämpft das Verlangen nach Kokain bei Nagetieren. Spermien kokain-abhängiger Ratten zeigten eine Veränderung beim Gen, das für den Botenstoff zuständig ist.

Beim Menschen wurde bisher ein anderes Verhalten beobachtet: Wenn ein Elternteil kokst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder später koksen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)