17. Dezember 2012
Tierversuche bringen zu wenig, wenn es darum geht, Medikamente für den Menschen zu entwickeln.
Dieser Meinung sind die Genetikerin Kathy Archibald und der Pharmakologe Robert Coleman. In einem gemeinsamen Artikel|http://www.newscientist.com/article/mg21628950.200-how-human-biology-can-prevent-drug-deaths.html?cmpid=RSS|NSNS|2012-GLOBAL für das Magazin "New Scientist" schreiben sie, es sei sinnvoller, medizinische Tests gleich am Menschen durchzuführen statt erst am Tier. Derzeit würden in mehr als 90 Prozent der Fälle Medikamente, die bei Tieren erfolgreich getestet wurden, nicht für Menschen zugelassen. Oft seien die Nebenwirkungen bei Mensch und Tier sehr unterschiedlich - viele Versuchspersonen, etwa in Indien - seien großen Risiken ausgesetzt. Die Wissenschaftler fordern, Forschung und Politik sollten aufhören, weiterhin Tierversuche als notwenig und selbstverständlich zu betrachten. Es sei ohne Probleme möglich, sich bei der Forschung nur auf den menschlichen Körper zu konzentrieren. Experimentieren könnte man zum Beispiel auch mit künstlich gezüchteten menschlichen Organen.
Forschern der Universität Harvard gelang es vor Kurzem, die menschliche Lunge auf einem Chip nachzubauen. Dort können biologische Reaktionen simuliert werden - und das erwies sich bereits als effektiver als Tierversuche.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)