18. Dezember 2012
In der europäischen Wirtschaftskrise wird oft über arbeitslose Akademiker berichtet.
Dabei gibt es aus Sicht von Holger Schäfer ein viel gravierenderes Problem. Der Ökonom macht in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf die Vielzahl der Geringqualifizierten aufmerksam.
In Südeuropa hätten bis zu 70 Prozent der Arbeitnehmer keine ausreichende Berufsausbildung. Beispiel Malta: Dort haben laut Schäfer fast 70 Prozent der Menschen zwischen 25 und 65 maximal Realabschluss und keine Ausbildung. In Portugal seien es 65 Prozent, in Spanien und Italien mehr als 40 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote der Geringqualifizierten ohne Berufsausbildung bei knapp 14 Prozent.
Deswegen fehlten auf der einen Seite die gut ausgebildeten Fachkräfte, so Schäfer. Auf der anderen Seite treffe die Krise vor allem die Geringqualifizierten, denn sie seien bei Konjunkturabschwüngen immer die ersten, die entlassen würden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)