19. Dezember 2012
Der Verfassungsentwurf in Ägypten ist nicht so islamistisch, wie häufig berichtet wird.
Das sagt die Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Vielmehr entspreche das Prinzip der Gleichstellung, der Gewaltenteilung und der Machtrotation westlichen Standards. Islamistisch sei das Dokument dort, wo es um die Ordnung von Kultur und öffentlicher Moral gehe. Der viel kritisierte Scharia-Paragraph stamme noch aus der Verfassung, die auch unter Hosni Mubarak gegolten habe. Krämer warnte davor, den arabischen Frühling als gescheitert anzusehen, weil beispielsweise die Rechte der Frauen von den neuen Regimen nicht berücksichtigt würden. Für die Menschen vor Ort sei die Lösung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Probleme vorrangig.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)