20. Dezember 2012

Pilzinfektionen werden unterschätzt - 1,5 Millionen Todesfälle im Jahr

Pilzinfektionen sind lästig, aber harmlos - mit dieser Fehleinschätzung will ein internationales Forscherteam aufräumen.

Die Wissenschaftler halten die Pilzinfektionen beim Menschen in ihrer Gefährlichkeit für unterschätzt. Im Fachblatt "Science Translational Medicine" verweisen sie auf 1,5 Millionen Todesfälle pro Jahr. Das sind mindestens so viele Tote wie durch Tuberkulose oder Malaria. Während etwa der Fußpilz oder vaginale Pilzinfektionen tatsächlich harmlos verlaufen, sind vier Pilzarten äußerst gefährlich. Sie heißen Kryptokokken, Candida, Gießkannenschimmel und Pneumocystis. Letztere zum Beispiel ist ein Erreger einer Lungenentzündung, an der jährlich 20 bis 80 Prozent der Erkrankten sterben. Als Ursache für die hohen Todeszahlen bei Pilzinfektionen vermuten die Forscher die Verbreitung des HI-Virus und den zunehmenden Einsatz von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)