7. Januar 2013
Nach Ausländerhass kommt der Hass auf eine Religion.
Der Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer geht in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" davon aus, dass die Islamfeindlichkeit in Deutschland wächst. Seiner Ansicht nach verlagert sich allgemeine Fremdenfeindlichkeit immer mehr auf Ressentiments gegen den Islam. Es heiße nicht länger "die Türken", sondern "die Muslime". Der Sozialforscher sieht darin eine Gefahr: Undifferenzierte Kritik am Islam oder den Muslimen gelte als konsensfähig, weil sie nicht als klassisch rassistisch eingeordnet werde. Laut Heitmeyer ist diese Islamophobie in Deutschland in allen Schichten der Gesellschaft verbreitet. Er beruft sich dabei auf Umfragen.
Wilhelm Heitmeyer leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)