7. Januar 2013

Quecksilber-Vergiftungen kosten Milliarden

Mit wirtschaftlichen Argumenten versuchen europäische Forscher, ihren Warnungen vor giftigem Quecksilber mehr Gehör zu verschaffen.

In der Zeitschrift "Environmental Health" hat ein Forschungsverbund eine Studie veröffentlicht, in der die volkswirtschaftlichen Folgen abgeschätzt werden. Die Europäische Union könnte demnach jährlich 10 Milliarden Euro sparen, wenn sie Kinder im Mutterleib besser vor Quecksilber-Vergiftungen schützte. - Die Forscher gehen davon aus, dass in der EU jedes Jahr etwa zwei Millionen Kinder geboren werden, die zu großen Mengen des Stoffes ausgesetzt sind. Untersucht wurden konkret Belastungen durch die organische Verbindung Methyl-Quecksilber. Sie werden für Schäden bei der Hirnentwicklung verantwortlich gemacht, die sich in einem niedrigeren Intelligenzquotienten zeigen. Für die Studie berechneten die Wissenschaftler die daraus möglicherweise resultierende geringere Wirtschaftsleistung.

Quecksilber gelangt bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe in die Atmosphäre und reichert sich dann in den Meeren an. Menschen nehmen es vor allem beim Fischessen auf. In Mittelmeer-Ländern, in denen oft Fisch auf dem Tisch steht, ist die Belastung deshalb besonders hoch.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)