7. Januar 2013
Zwischen den 68ern der Bundesrepublik und den letzten DDR-Kindern gibt es Parallelen.
Diese Meinung vertritt Johannes Staemmler, Mitbegründer des Netzwerks Dritte Generation Ost in der "Frankfurter Rundschau". Der gebürtige Dresdner sieht Ähnlichkeiten in den kommunikativen Mustern: Sowohl nach dem Krieg als auch nach dem Mauerfall habe es zunächst eine Phase des Schweigens gegeben. Dann jedoch hätten die Jungen das Schweigen der Eltern entdeckt und in Zweifel gezogen. Im Gegensatz zu den 68ern fehle den letzten DDR-Kindern jedoch die moralische Rigorosität.
Staemmler erforscht als Politologe das wieder wachsende Interesse an der DDR. Und er warnt davor, die Älteren immer erst nach ihrer Rolle im Widerstand zu fragen. Viele Zeitzeugen brächen das Gespräch dann ab - aus dem Gefühl heraus, nicht genug getan zu haben. Aus diesem Grund vermieden wahrscheinlich auch viele ostdeutsche Lehrer einen Klassenausflug zur Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)