7. Januar 2013
Seit den Sommerferien wird an nordrhein-westfälischen Grundschulen islamische Religionslehre unterrichtet.
Doch die Einführung des Fachs verläuft nach Ansicht der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor holprig. Die 34-Jährige ist selbst Lehrerin und berichtet in der "Süddeutschen Zeitung" von Startschwierigkeiten. Diese seien so groß, dass der Landesregierung das Vorzeigeprojekt auf die Füße zu fallen drohe.
Als Beispiel nennt Kaddor die Tatsache, dass es kaum geeignete Lehrer gebe. Im Studienfach Islamische Religionslehrer seien derzeit nur etwa zwei Dutzend Hochschüler eingeschrieben und der Nachwuchs damit nicht gesichert. Ausgebildete Lehrer würden von muslimischen Verbänden unter Druck gesetzt, eine bestimmte Auslegung des Islam zu unterrichten und Kritik zu unterlassen.
Lamya Kaddor spricht deshalb von einem politischen Schnellschuss, der den Muslimen zum Nachteil zu geraten drohe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)