9. Januar 2013
Hütet Euch vor dem Internet!
So könnte man das Ergebnis einer chinesischen Studie formulieren - jedenfalls für die Beamten des Landes. Denn Forscher der Volksuniversität in Peking schreiben, dass die vielen neuen Medienplattformen im Netz eine erhebliche Bedrohung für den Ruf von chinesischen Beamten und Lokalregierungen darstellen. Demnach enthüllen Internetnutzer auf Kurznachrichtendiensten immer häufiger pikante Informationen über Staatsdiener und sorgen so quasi über Nacht für Skandale.
Besonders häufig aufgedeckt werden laut der Studie Ehebruch, versteckte Reichtümer oder die Verwicklung in eine Straftat. Das führe dann fast immer zu Vorwürfen von Bestechlichkeit oder von Veruntreuung öffentlicher Gelder. So entstehe eine nie da gewesene Transparenz, die Staatsangestellte von Amtsmissbrauch abhalten könnte.
Seit August seien rund 20 Beamte wegen Verdacht auf Bestechung entlassen worden. In allen Fällen hatten Internetnutzer die Skandale enthüllt. Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass einige Beamte auch fälschlich belastet wurden und in manchen Fällen anscheinend erpresst werden sollten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)