10. Januar 2013

Antioxidantien schützen möglicherweise doch nicht vor Krebs

Antioxidantien gelten bislang als gesund, weil sie den Körper vor Krebs schützen sollen.

Das stellt der Biochemiker und Nobelpreisträger James Watson jetzt allerdings in Frage. Er vertritt im Fachjournal Open Biology die These, dass Antioxidantien Tumore in spätem Stadium sogar vergrößern können.

Antioxidantien wie Vitamin C und E entschärfen im Körper die sogenannten Sauerstoff- oder freien Radikale. Das sind Nebenprodukte des Stoffwechsels, die im Körper Proteine angreifen und so die Zellalterung beschleunigen. Watson ist überzeugt, dass freie Radikale aber auch nützlich sein könnten: So setzten sie das Immunsystem gegen Krankheitserreger und entartete eigene Zellen ein. Der Forscher glaubt, genau das nutzten auch die meisten Strahlen- und Chemotherapien gegen Krebs. Antioxidantien würden diesen programmierten Zelltod aber stoppen und so das Krebswachstum verstärken. Bei Tumoren in späteren Stadien fänden sich besonders viele Antioxidantien - das könnte auch erklären, warum die Behandlung dann kaum noch anschlägt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)